Der Fresser macht Pause – Auf Wiedersehen im Frühjahr 2010

Ja, es ist mal wieder soweit. Grande Cuisine adé. Ich brauche wieder mal die Erdung, brauche mal eine Pause. Mir wird alles zu gleich, zumindest in der Spitzengastronomie. Mir fehlt langsam das Individuelle, das Ursprüngliche, das was Essen ausmacht. Es wird immer ähnlicher. Sous Vide, die Methode der Gleichmachung. Gestelzter Regionalismus, leider auch in der Spitzengastronomie. Vieles ist Lieferantengetrieben. Angefangen von St. James Kaviar, über das Müritz Lamm, bis hin zum Affineuren, egal, ob sie Waltman heissen oder aus Tölz kommen.

Und die Grossmeister entlassen Ihre Jünger und bis die sich gefunden haben, wird einfach fast so wie beim Lehrmeister gekocht. Lest doch mal die Lebensläufe. Müller, Wissler, Winkler, Bau, Erfort, Amador und Co. egal, wie die heißen, und was raus kommt ist ein Mix. Immer fast in die gleiche Richtung. Immer ähnlicher. Und wenn schon meine Frau sagt: Sag mal, wenn ich deine Fotos anschaue. Wo ist denn da der Unterschied? Dann mag es vielleicht an meiner Fotografie liegen oder ist es etwa doch am Essen?

Deshalb: Ich brauche für mich eine Trendwende, will wieder den wirklichen Geschmack. So wie die Produkte sind. Direkt, viel und geschmackvoll.

Und letzte Woche habe ich schon mal damit angefangen. Le Vieux Moulin in Lauterbourg // Ein dickes Stück Terrine de Foie Gras // Ein Jarret de Porc sur choucroute et pommes de terres sautées // Munster mit etwas Kümmel. Schlaraffend! Traumhaftt.

Stopfleber

Und dass ich jetzt für ein paar Tage im Strahlenberger Hof in Schriesheim kochen werde, das gefällt mir auch. Jürgen Schneider ist einer der Bodenständigen und von denen, die Kochen so richtig verstehen. Produkt, Geschmack und Power, geprägt von der Natur und Kräutern. Das sind die neuen Schlagworte. Und die brauche ich jetzt.

Also: Auf Wiedersehen am 23. April. Die besten kulinarischen Grüsse und allen ein gutes Jahr 2010.

Eine Reaktion zu “Der Fresser macht Pause – Auf Wiedersehen im Frühjahr 2010”

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