Christoph Rainer. Villa Rothschild. Filigran trifft Geschmack.

Kleine Rückschau von der letzten Woche: Es ist mal wieder Samstag und irgendwie tröpfelt der Tag so vor sich hin. Wenn ich so rausschaue, dann weiss ich nicht, ob das Wetter weiss, was es so will. Ich finde es klasse, mal einfach so in den Samstag hineinzutreiben. Fahrrad fahren war ich schon, lange gefrühstückt haben wir, ein erholsames Mittags-Nickerchen gabe es auch. Den obligatorischen Kasten Wasser habe ich auch schon geholt, der steht schon in der Speisekammer. Ja, was fehlt denn da noch? Richtig! Bingo! 100 Punkte.

Das Essen.

Das hatte ich schon mal am Donnerstag angestossen. Telefonierte mit jemandem aus dem Restaurant Villa Rothschild in Königstein. Leider hiess es: Fully booked. Schade dachte ich. Ist halt so. Aber dann bekam ich eine Mail von Christoph Rainer. Es sei doch noch ein Tisch frei. Super! Der Samstag Abend ist gerettet. Das ist mir das Wetter wurscht, das kann gerade treiben was es will. >> Wir fahren heute nach Königstein und lassen es uns gut gehen.

Und es war hervorragend. Das schon mal vorab. Extraklasse. Wir starteten mit dem Thema: Big Eye Thuna

// Cornetto mit Kalbstatar, grüner Thunfischcreme und Tobbiko-Kaviar
// Crostini mit Thunfischrilettes, mariniertem Big Eye Thuna und Ingwergurke
// Lolli vom Big Eye Thuna mit Wasabi-Sesamcrispy

Amuse Geule Tuna

Und weiter ging es mit dem Thema: Rote Beete // Saibling

// Rote Beete mariniert und geliert, geräucherter Saiblingsschaum, grünes Apfel-Rettichsorbet
// Panna Cotta vom geräuchertem Saibling, Rote Beete, Saiblingskaviar

Panna cotta saibling

Gänseleber aus der Landes  Mabre / Praline

Süßholz geeist / Pralinenkruste, Flugananas   marinierte Frucht / Crisp, Salzbutter – Brioche

Gänseleber

Geangelter St. Pierre „ Krosses Sandwich“

2x Artischocke Nage / Confit, Foccacia, Pata Negra, Tomate süß / sauer

St.Pierre Artischocke

Perigord – Trüffel / Sot l’y laisse glasiert

Pochiertes Eigelb, geschäumter Poulardensaft, Poulardenhaut / getrocknet, Winterspinat

Ei Spinat Trüffel

Bretonischer Steinbutt

Würziger Pimento – Ingwerfumet, Koriander – Bulgur, Königskrabbe als Bitok

Steinbutt Piement

Mieral Etouffee – Taube   Brust / Bastilla gebacken

Café Arabicajus, Spitzkohl, gebratene Entenstopfleber, Rosinen mariniert

Mieral Taube

Nyangbo Schokolade / Mango

Kokoscrumble, dreimal Mango // exotisch eingelegt / Sorbet / Air

3 Mal Mango

Wiener Strudel / dekonstruiert

Streusel / Apfeleis / Rosine / Apfelgelee

Strudel dekonstruiert

Süsses zum Kaffee.

Süsses zum Kaffee

Ja, und warum sage ich überhaupt nichts zwischendrin? Das ist nicht nötig. Es musste einfach genossen werden. Den ganzen Abend. Treiben liessen wir uns. Und der Abend war so schön, einerseits wegen meiner lieben Frau, andererseits diese wirklich fürstliche Umsorgung. Dem so zuvorkommenden Service, der Küche, die sich auf allerhöchstem Niveau präsentierte. Immer mehrere Geschmacksebenen auf dem Teller, wunderbar kombiniert, Kälte mit Wärme, crunchy und supersoft, mal etwas Schärfe und dann wieder eine geschmackliche Sanftheit, komplexe Kombinationen, die spielerisch daher kamen, ein Rhythmus, der an Musik erinnert. An gute Musik. Eine Geschmacksoper, filigran in der Präsentation, geschmacklich immer auf dem Punkt. Keine Umwege, Klarheit in den Fonds und damit in den Sossen. Immer passend. Grossartig. Eine wahrlich kulinarische gelungene Umarmung. Und wenn ich sage, da sind zwei Sterne drin, glaubt es mir. Wir sprechen uns 2011 wieder.

Solange wollen wir nicht warten, wir werden bald wiederkommen und wieder geniessen. Einen grossen Dank an alle für den wirklich schönen Abend.

Und einen interessanten Weine haben wir auch getrunken. Leicht, eine typische Sauvignon Blanc Nase … ach was erzähle ich da, der Weinspion kann das ja viel besser:

Im Glas dann ein helles Strohgelb mit weißen Reflexen. Die Nase wird dann von Früchten wie Johannisbeere, grüner Apfel, Ananas, Grapefruit und Stachelbeere geprägt und von der Mineralität des Feuersteins getragen. Auch das Aroma von Brennnesseln wurde erkannt, was ich aber weniger bestätigen kann, ebensowenig wie die Noten Vanille oder Litschi. Dazu kommt aber wieder diese Kitzeln in der Nase, sogar mit einem Eigenaroma von grüner Wiese. Der Gaumen bzw. die Zunge ergänzt diesen Citrus-frischen Fruchtkorb noch um einen frischen moussiernden Effekt, den man so im Glas nicht sieht. Der Wein hat ein wirklich gelungenes Aroma-Säure-Spiel und macht im Glas mächtig Spass. Der überaus lange Abgang schenkt dann noch im Nachhall ein wunderbares Kiwi-Stachelbeer-Echo. Lässt man ihn länger im Glas entwickelt sich sogar eine gewisse Sämigkeit, ansonsten ist die Textur so oder so schon seidig. Für einen trockenen Wein empindet man eine gewisse Restsüße, was aber durchaus am dominaten Fruchtaroma liegen kann, ansonsten erinnert der Wein (nicht nur) mich an einen typisch mineralischen Sancerre. >> aus Weinspion


Wein

Eine Reaktion zu “Christoph Rainer. Villa Rothschild. Filigran trifft Geschmack.”

  1. kai

    Ja, wir fandens auch sensationell, in der Villa. Kanns kaum erwarten, endlich mal wieder dort einzukehren…

    ja, da freue ich mich auf drauf …

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