Fleischhölle in der Genussakademie Frankfurt. Wahrlich nichts für Vegetarier.

So müsste es eigentlich vor der Gourmethölle aussehen. Dicke Fleischdinger auf dem Tisch. Viele Qualitäten, ein Fleischstück schöner als das andere. Alle bereit zum Verzehr. Und betritt man die Hölle, hoch mit den Temperaturen, ab in die Pfannen. Einfach gut. Schmecken, Fühlen,  Geniessen. So lässt es sich leben.

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Ja, so ganz in der Hölle sind wir dann doch noch nicht. Wir stehen voll im Leben, im sechsten Stock in Frankfurt Westend. Zusammen mit Wolfgang Otto von Otto Gourmet, Christian Senff von der Genussakademie und mit vielen Gästen. Alle sind bereit zu probieren, zu testen und sich mal richtig über Fleisch informieren zu lassen. Wo kann man das schon auf einmal Hereford, American Beef, Bison, Wagyu und Iberico an einem Abend probieren, das auch noch mit verschiedenen Gar- und Reifemethoden, mal trocken, mal nass und und auch von verschieden Teilen, wie Rib Eye, Skirt, Strip, Butt Flip, Secreto oder auch Presa.

Herr Otto

Herr Otto2

Christian Senff

Und es war richtig gut. Wolfgang Otto ein wunderbarer Unterhalter und Christian Senff ein souveräner Koch. Und keine leise Truppe war es, immer wieder Fragen und ein munteres Verbal-Hin-und-Her. So muss es sein. Nicht ganz leicht für die Moderatoren. Aber besser als nicht los.

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Impressionen3

Und es war aufschlussreich, nicht alles würde ich mehr in einem Restaurant bestellen, nicht alles ist mein Geschmack, nehmen wir mal das Wagyu Skirt Steak. Ist mir zu streng, hat eine Konsistenz, die mir zu schwammig ist. Nee, nicht mein Ding.

Aber da gab es ja noch ganz andere Sachen, egal ob Wagyu, American Beef, alles wunderbares Fleisch, einzig der Parameter der Garmethoden, der kann so vieles verändern. Nimmt man einen Grill oder eine Pfanne. Riesige Unterschiede gibt es hier. Für mich ist das Grillen das Beste. Kurz angrillen und dann ab in den Ofen, bei 125 Grad und entsprechend dem Garpunkt 5, 7 oder auch 10 min, je nach Grösse und Dicke. Da muss man eine bissel rumprobieren. Und wer absolute Gewissheit haben möchte, der soll ein Thermometer benutzen. Am besten eins mit zwei Messpunkten – Fleisch- und Umgebungstemperatur.

Nur auf eins sollte man verzichten, einfach weglassen. Christian Senff hatte hier nur beschichtete Pfannen. Nee, Leute, das ist nichts. Da müssen gute Eisenpfannen her, die die gut laufen und kein Hänger verursachen. So Klebedinger, das taugt mal schon gar nichts. Ja, die beschichteten Pfannen, die geben nur ein ungenügendes Bratbild, meist irgendwie so hellbraun, halt nicht so, wie man ich mir eine Oberfläche wünsche. So in etwa eine dunklere Kaffeebräune. So in Richtung Südamerika. Vielleicht Brasilien? Copacabana?

Herford

Hereford gegrillt

Und wer mich jetzt nach meinem Favoriten fragt? Das war eindeutig die Schulter von Iberico Schwein – Joselito Iberico Presa. Super Genial – rosa gebraten mit etwas Flakesalz aus Australien oder England. Klasse.

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Ein richtig gelungener Abend und wer viel über Fleisch hören möchte und wer mal eine Querverkostung von verschiedene Fleischsorten interessiert, der ist hier richtig. Okay, rein gar  nichts für Vegetarier, aber die haben wir auch gar nicht so richtig vermisst.

3 Reaktionen zu “Fleischhölle in der Genussakademie Frankfurt. Wahrlich nichts für Vegetarier.”

  1. Eva Kaufmann

    …das lässt sich richtig gut lesen…und macht Lust auf mehr.Kompliment!!!

  2. Christoph

    Habe neulich im Schiffchen in Düsseldorf zum ersten Mal Wagyou Filet gegessen. Klar, man konnte es mit dem Löffel essen, aber es erinnerte sehr stark an Geflügelleber von der Konsistenz her. Also eher trocken und dennoch zart. Das hat doch nix mehr mit einem richtig schön gebratenen saftigen Stück Rindfleisch zu tun. Eine ernüchternde Erfahrung. Da würde mich so ein Rib-Eye vom Hereford doch wirklich mehr interessieren.
    Und das Anbraten vom hochwertigem, perfekt abgehangenem Fleisch bei mittlerer Hitze in beschichteten Pfannen, wird wohl gerade zur Mode. Wird beispielsweise auch von Schubeck oder dem Kochmonster auf http://www.kochmonster.de kommuniziert. Brutales Anrösten in Gusseisenpfanne demnach nur noch bei günstigem Fleisch, das noch die Gefahr von zu viel Wasseraustritt birgt. Wurde das beim Kurs irgendwie diskutiert?
    Gruß
    Christoph

  3. Der Fresser

    Hi Christoph, ich glaube auch, dass man bei Wagyu nicht zum Non Plus Ultra sprechen kann. Einfach eine Erweiterung des Spektrums. Mir ist es auch lieber, wenn ich Röstaromen schmecke. Und deshalb ziehe ich die Eisenpfannen vor. Allerdings nicht overheated, das schadet. Das habe ich in dem Kurs gesehen (gegengetestet), dass ein Grillfeld – einfach auf Induktionsfeld gestellt– immer bessere Ergebnisse liefert. Egal, bei was für einem Fleisch, okay, hochwertig sollte es schon sein, aber das ist ja die Grundvoraussetzung.

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