Berlin. Frühsammers. Spiel. Satz. Sieg.

Wie unterschiedlich können Kontraste sein. Am Donnerstag, als wir mit dem Abendzug in Berlin ankamen und uns nur noch etwas Kleines gönnen wollten sollten wir dann doch überrascht werden. Kleines? Nö. Noch eine Prise Berliner Anfangsnachtleben dazu? Gerne, sagte ich und freute mich auf das angesagte Neni im Bikini-Block. A Place to Be. Hip. Hipper. Hippest, ein buntes Treiben mit Essen, beeinflusst aus Nordafrika, zelebriert von einer Köchin israelischer Herkunft. Haya Molcho, aufgewachsen in Wien, wo auch die Wurzeln der Neni-Idee liegt. Viel, gut, triebig und preiswert, eine Mischung, die ankommt. Den Ausblick aufs Affenhaus gibt es ontop und wer Lust hat noch in die Monkey-Bar abzugleiten, bitte. Einfach an den Fahrstühlen vorbei und mitten hinein ins Leben. Drinks und Mucke at its best. IMG_9119IMG_9124 IMG_9134IMG_9126
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Wir dachten an morgen – wir hatten ein strammes Kulturprogramm geplant, erst die Designerin Annette Görtz, dann einige Klammottenläden in der Friedrichstraße, zum Schluss das KadeWe am Wittenbergplatz und da war auch der leichte Hunger nicht weit. Die Michelin App lieferte Ergebnisse, wie erwartet. Aber, was muss das Gourmetherz feststellen, mittags will doch anscheinend keiner mehr essen gehen. Sra Bua. Noo! Cuido. Soupe Populaire. Leider sind wir heute nicht da. Das Cinco im Stue war noch eine Option. Treffer, geöffnet. Puuuuuh! Wäre schön gewesen, allerdings wurden wir ins Casual Dining geleitet, da mittags doch nicht geöffnet war. Okay, war halt so, wir hatten gute Laune und vergnügten uns mit Cesar Salad, Club Sandwich und einem Lamm der Extraklasse. Ein bissel schade schon, denn das Cinco mit seinem tapasartigen Kochstil hätte uns schon interessiert.

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Am Abend ging es in den Grunewald zu den Frühsammers, Und immer wieder in der Diskussion. Michelin Stern JA oder NEIN. Aus oder Drin. Und wenn für jemanden meine Meinung relevant wäre würde ich sagen: Gib Ihr einen! Denn das Essen war wirklich fantastisch. Nur das Essen? Und hier fange ich an über den Platz zu stolpern, mich zu fragen, warum eine Service so schnoddrig sein muss, dazu noch unelegant, ja fast etwas überheblich, zwar immer nach Lockerheit bemüht, die leider nicht so ankommt, wie es Gäste wünschen. Und der Herr Frühsammer merkt es glaube ich gar nicht, dass er oft im Aus steht. Fangen wir mal bei der Weinempfehlung an. Frühsammer fragte: „Möchten Sie Riesling? So pointiert, dass jeder am Tisch sagte, nö, heute nicht. Eine Steilvorlage für Herr Frühsammer, der eigentlich nur seine eignen Weine unter die Gäste bringen wollte. „Leicht ist er, mit zartem Schmelz, genau zu der gebratenen Seezunge passend“, meinte er, „Sie werden sehen ein Geschmacksbeauty, der genau Ihren Vorstellungen entspricht“. Okay, bring ihn schon, lass das Gebabbel.

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Gebabbel hin oder her, der Wein war gut, unser Menu erstklassig und kräftig im Geschmack, ohne Schnickschnack, mit einigen schönen Überraschungen.  Für uns sechs ein wirklich schöner Abend in einer traumhaften schönen Villa mit Tennisflair. 40:0 für Frau Früsammer. 15:40 für den Service.

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Und Berlin ohne Mitte, Kreuzberg, Prenzlauer Berg oder Friedrichshain, das geht ja gar nicht und unser Dinner Pin schlug dies Mal in Mitte ein. Pauly Saal, in einem früheren Mädchengymnasium, ja und mich erinnerte es wirklich an eine Schule und als ich auf die Toilette ging, sagte ich zu mir. Yepp, das war ja wie bei mir im Lessing-Gymnasium in Mannheim. Sieht aus wie früher.
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Das Linoleum, die Farbe an den Wänden, der ganze Charme in das Jahr 2014 transportiert, nur der flache Fernseher, auf dem gerade das WM-Spiel Brasilien – Chile lief, das gab es nicht, ebenso wie ein gut gefülltes Glas grünen Veltliner von Muthenthaler in der Hand.   Und das Essen? Die Hauptgänge großstädtisch teuer, die Qualität für ein Ein-Sterne-Restaurant nicht so angemessen, wie ich es mir wünschte, da rettete der gut gegarte Steinbutt nicht den ganzen Abend. Die leichte Beurre Blanc begleitete die gefüllten Artischocken hin zum Steinbutt, aber irgendwie wollte kein Zugenschnalzen aufkommen. Davor der Gemüsesalat und die augebackenen Froschschenkel, die ich mir eher ohne Panade gewünscht hätte, denn: Es ist wie immer beim in Fett ausbacken, leider gehen die feinen Nuancen verloren.

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Ganz anders bei den Desserts, die mir und allen anderen im Gedächtnis bleiben. Wiesen-Erdbeeren mit Holunder Granitée mit Eis von Crème Brulée und gezuckerte Aprikosen mit Muscovadozucker, Himbeereis und ein hauchdünner Schokoriegel aus weißer Schokolade gefüllt mit Vanilleis. That´s it Babes. Hier habt ihr ins Schwarze getroffen!! Tripple an den Patissier. Das war das Beste am Abend.

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Und wenn mein Freund etwas länger gewartet hätte, wäre auch ein Foto – oh, das erinnerte mich doch gerade an Heidi: „Heute habe ich ein Foto für dich“ – hier im Blog, aber das After Eight war so verführerisch, das kurzerhand nichts mehr zu Fotografieren übrig blieb. Dafür zum Abschied ein schönes Bild von Draussen.
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Sodele, würde der Schwabe sagen, genug gegessen in Berlin, nicht erwähnt haben wir den Hamburger in The Bird, der auch ganz ordentlich war. Dick, à la minute durchgedreht und schön rosa gebraten. Nochmals puuuuuh, genug des Essens, lass uns schon mal lieber für den September planen: Cinco im Das Stue wird uns verköstigen müssen: Yes!

 

Informationen zu diesem Besuch

Restaurant:

Neni im Bikini Haus
Frühsammers in Grunewald
Pauly Saal

Chef:
Ort:
Anmerkung:

Legende - Wie war's?

so lala

okay

gut

Exzellent

Unbeschreiblich

Für Service und Ambiente

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