Denis – heiß und kalt

So nach einiger Zeit Abstinenz nun auch mal wieder ein paar geschriebene Worte von mir. Ich muss schon gestehen, dass mich die kleine Diskussion über manche Foodbloger, die auch von Harald kommentiert wurde (guckste hier), ein wenig nachdenklich gemacht hat. Muss man sich schon schämen sich Foodbloger zu nennen? Nur weil man Freude am leckeren Essen hat und diese gerne teilt? Meine Meinung: Nein. Harald hat‘s richtig gesagt und dem hab ich nichts mehr hinzuzufügen.

So jetzt aber zum eigentlichen Thema und einem höchst genussvollem noch dazu. Es war mal wieder Zeit nach Bad Griesbach zu fahren. Und wer wartet in Bad Griesbach? Ja natürlich die beiden Feix, samt Küchen- / Servicebrigade im Il Giardino. Und ohne weiter Vorrede geht’s los – Fazit folgt zum Schluss.

Entenleber, Koriander, Ponzu

Entenleber, Koriander, Ponzu

Entenleber, Koriander und Ponzu bildet ein wunderbares Amuse. Die Entenleber als Mousse – auf dem Löffel – und als Gelee – versteckt unter einer Ponzuhollandaise – ist schön geschmacksintensiv und bekommt durch Ponzu und Koriander eine schöne leichte Frische. Lecker, Lecker.

 

Dann noch schnell ein Abstecher zu Brot und Butter. Von beidem war ich schon beim ersten Besuch absolut begeistert und auch heute ist die Gefahr, sich allein an den beiden Sachen satt zu essen, groß. Die Brotauswahl besteht noch aus der gleichen wie damals – muss sich auch wirklich nichts daran ändern – aber anstelle der Ziegenbutter kommt diesmal eine geräucherte auf den Stein. Wirklich der Hammer!

Steinbutt, Erdapfel, Umeboshi Pflaume

Zum Glück geht’s schnell weiter, sodass man nicht allzu viel Zeit hat Unmengen an Brot zu verdrücken. Steinbutt, Erdapfel, Umeboshi Pflaume bilden den offiziell den ersten Gang. Der Steinbutt ist gebraten und als Brandada auf dem Teller zu finden, der Erdapfel gefüllt und als kleine Pellets und die Pflaume kommt als Creme und Sorbet daher. Mal ganz abgesehen, dass das ausgezeichnet schmeckt, wären wir auch schon bei der Herleitung zur Überschrift. Denis liebt die Kombination zwischen heiß und kalt. Das wird während des Menüs recht schnell klar – und kommt mir persönlich damit sehr entgegen.

Kaisergranat, Kohlrabi, Rhabarber

Kaisergranat, Kohlrabi, Rhabarber spielt dann auch schon wieder – Denis-typisch – mit kalt-warm und süß-sauer. Wunderbares Krustentierchen mit der natürlichen Säure des Rhabarbers. Einfach köstlich.

Kaviar, Gurke, Sauerrahm

Eine Meinung die ebenfalls für den nächsten Gang, der aus Kaviar, Gurke, Sauerrahm besteht, gefällt wird – und zwar einstimmig. Immerhin sind wir zu fünft, was im Kulinarischen schon als recht repräsentativ angesehen werden kann. Wann findet man schon mal fünf unterschiedliche Geschmäcker die sich so einig sind? Das sagt doch schon alles.

Pulpo, Paprika, Minze

Weiter geht’s mit Meeresfrüchten. Im Gegensatz zum Krustentierchen vorher, das eher subtil und mit feinen Aromen punktet, kommen bei Pulpo, Paprika, Minze kräftigere Noten zum Einsatz. Stilistisch eine ganz andere Richtung, geschmacklich absolut in der gleichen Liga – einfach perfekt. Der Pulpo wurde zum einen kräftig gegrillt und ich glaube auch vorher leicht angeräuchert. Da braucht es schon die Paprika als kräftiges Gemüse, um dagegen bestehen zu können. Minze steuert noch die nötige Frische zu und voila – schon ist wieder ein absoluter Leckerbissen kreiert.

Morchel, Karotte, Olive

Der fünfte Gang kommt dann ganz ohne fleischige bzw. fischige Produkte aus. Und Denis beweist mit Morchel, Karotte, Olive, dass er auch dieses Feld perfekt beackern kann. Immer beeindruckend zu sehen (schmecken), was ein guter Koch aus Gemüse alles herausholen kann – und um das Ganze abzukürzen: Dieser und der Pulpo sind meine persönlichen Favoriten an diesem Abend.

Kaninchen, Spargel, Senf

Kaninchen, Spargel, Senf

Obwohl definitiv auch Kaninchen, Spargel, Senf es in die engere Auswahl verdient hätten. Spargel und eingelegte Senfkörner? Hätten Sie gedacht, dass diese Kombi so gut zusammenpasst? Ich auf jeden Fall nicht, aber funktioniert super. Ansonsten sind die Sachen recht klassisch, aber perfekt zubereitet. Lecker Spargelsuppe, top gebratener Kaninchenrücken und die Gesamtkomposition ist auch wieder in sich absolut stimmig. Denis, Daumen hoch.

Poltinger Lamm, Tomate, Bärlauch

Beim Hauptgang lässt die Küche dann ein wenig die Klassik in den Vordergrund rücken. Poltinger Lamm, Tomate, Bärlauch ist durchaus sauber gekocht und lecker, aber irgendwie will der Funke von dem Gericht nicht so ganz überspringen. Aber was soll’s, das Lamm schmeckt ausgezeichnet nach dem was es soll und die Soße ist – wie hier eigentlich immer – der Wahnsinn. Einzig das geschmorte Schulterstück kommt uns ein wenig trocken vor, aber auch das ist maulen auf hohem Niveau.

Gorgonzola, Kerbel, Bergamotte

Und mit dem Käsegang kommt der Funke auch ganz schnell wieder zurück – zumindest für mich. Das liegt aber wahrscheinlich am Käse. Es wird Gorgonzola, Kerbel, Bergamotte aufgetischt und ich bin ein großer Freund a) von kräftigem Käse mit viel Geschmack und b) insbesondere von schön gereiftem Blauschimmelkäse. Dazu die süß-sauren, leicht bitteren Noten der Bergamotte, die sowohl als Marmelade und auch Zesten den Weg auf den Teller finden. Auch wenn Blauschimmel nicht jedermanns Sache ist, bei mir trifft die Küche mit diesem Gang wieder genau ins Schwarze.

Erdbeere, Ei, Sauerampfer

Erdbeere, Ei, Sauerampfer

Das Dessert ist fasziniert schon bevor man das erst mal den Löffel reingetaucht hat. Das Bild von Erdbeere, Ei, Sauerampfer wird dominiert von einem wirklich zum Verwechseln ähnlich aussehenden „Ei“, das noch in seiner kalkigen Schale ruht. Aber natürlich wird uns hier nicht einfach ein gekochtes oder rohes Ei auf den Teller gelegt.

Erdbeere, Ei, Sauerampfer

Im Inneren der besprühten Schokoladenschale findet sich eine wunderbare süffige Melange. Am besten schmeckt das Ganze wirklich einfach einmal zusammengemanscht und ab in den Mund. Sieht nicht elegant aus aber Oho. Fruchtig, leicht, sauer – gleichzeitig nicht zu süß um die Aromen der Erdbeere und des Sauerampfers nicht zu überdecken, aber doch süß genug um klar als Dessert erkennbar zu sein, kurz gesagt: Perfekter Abschluss.

Süße Nascherein

Süße Nascherein

Ok, Fazit also – wie unschwer zu vermuten fällt es wieder Großartig aus. Schön zu sehen, wie es ein Küchenchef und sein Team schafft, auch im hintersten Winkel von Bayern moderne und absolut zeitgemäße Interpretationen auf die Teller zu zaubern. Dazu gehört  große Leidenschaft für den Beruf und die spürt man bei jedem bissen. Genauso wie die Leidenschaft des wunderbaren Service von Frau Feix und ihrem jungen Team. Wir waren alle – mal wieder – sehr angetan von der Leistung die im abgelegenen Bad Griesbach fabriziert wird und natürlich werden wir in circa einem Jahr wieder auf der Matte stehen. Wir freuen uns schon darauf.

Und der Vollständigkeit halber noch die flüssigen Begleiter. Alle empfehlenswert – aber das wahr ja klar. Schließlich haben wir ja hier Frau Feix als Sommelière.

Weine

 

Informationen zu diesem Besuch

Restaurant:

Il Giardino | http://www.columbia-hotels.de/bad-griesbach/genuss-gourmet-il-giardino.html

Chef:

Denis Feix

Ort: Bad Griesbach
Anmerkung: immernoch tolle Teebegleitung für die fahrenden Besucher

Legende - Wie war's?

so lala

okay

gut

Exzellent

Unbeschreiblich

Für Service und Ambiente

Deine Meinung ist gefragt!

  1. Ich kapiers grad nicht: Wer ist denn der Autor dieses Textes? Harald Lopka ja offenbar nicht. Unter dem Titel steht neben dem Datum „Denis Feix“ – aber das kann ja wohl auch nicht sein.

    • Ne Harald war’s net und der Name unter dem Titel ist nur immer der jeweiligen Chefkoch. Alex hat’s geschrieben (guckste hier), zugegeben nach etwas längerer Abstinenz.

  2. Ah, verstehe. Danke. Dann ist der Tag aber denkbar unglücklich gesetzt. An so einer Stelle steht gewöhnlich der Autorenname…

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.