Interview mit AMENITIES – Foodblogging at it´s best.

Als Verfechter der guten Küche berichtet Harald Lopka seit Jahren in seinem Blog der-fresser.de über seine kulinarischen Erlebnisse und seine Besuche in der Haute Cuisine. Seit kurzem erstrahlt der Blog in neuem Glanz und Design. Eine Inspirationsquelle zum Stöbern unterhaltsam garniert mit Wortwitz und Fabulierkunst. Für uns Anlass, dem Blog einen Artikel zu widmen…
 

Harald Lopka – Geschäftsführer CareCompass GmbH & Co. KG

Herr Lopka, würden Sie sich und den Blog unseren Lesern kurz vorstellen? Von wem haben Sie Kochen gelernt und wie entwickelte sich Ihre Liebe zur Haute Cuisine?

Bestimmt würden die meisten Köche und diejenigen, die gerne kochen, antworten: Von meiner Mutter. Und das war bei mir genauso der Fall. Ich erinnere mich noch an mein erstes Gulasch mit Nudeln, das ich für meine Eltern kochte und meine Mutter sagte zu mir: „Das schmeckt ja ganz hervorragend“. Ob sie flunkerte oder ernsthaft meinte, das weiß ich nicht. Auf jeden Fall machte es mich ganz stolz. Das war im Alter von 12 Jahren. Damit war der Grundstein für die Liebe zum guten Essen gelegt. Und als ich studierte und sehr viel herumreiste, ließen mich die guten Küchen nicht aus Ihren Fängen. Ob Paris, London, New York, San Francisco, natürlich auch Deutschland, ich las die Speisekarten rauf und runter – keine kulinarische Literatur ließ ich aus: Das VIF Journal, die meisten werden dies gar nicht mehr kennen, massenhaft Kochbücher von Ducasse, Müller, Levi, Elverfeld und natürlich die rote Bibel.
Im Jahr 2006 gab es mal ein Groß-Reinemachen bei den Kochbüchern und Zeitschriften. Was fand ich da? Hunderte von Rechnungen. Oh je, dachte ich: Ganz schon viel gefressen in meinem Leben. Und schon tauchte die Frage auf: „Warum schreibe ich nicht einfach darüber?“ „Warum sollen andere nicht an meinem kulinarischen Leben teilnehmen?“ „Ist es für nicht für viele interessant, was, wie und wo gekocht wird?“

Und was hat Sie dazu bewogen, mit dem Food-Blogging zu beginnen?

Es war ein fast logischer Schritt, mit dem Schreiben zu beginnen. Aber als ich das erste Mal in meine Zugriffsstatistik der ersten Jahre schaute, dachte ich: „Mensch, da schreibe ich doch für einen ganz schön exklusiven Kreis.“ An manchen Tagen waren es 10 Besucher, wahrscheinlich davon 5, die sich nur verirrt hatten. Ein zähes Brot, viel Arbeit und so wenig Besucher, für mich als Kommunikationsmensch eine kleine Herausforderung. Ein Konzept musste her: Klare Ausrichtung Fokus auf gehobene Küche, Berichte über gute Newbies, von 1- Sterne-Restaurants bis hin zu den dicken 3 Sternen. Gespickt mit einigen Berichten von eigenen Kompositionen und Rezepten. Und was war das Ergebnis? Es wurden immer mehr und mehr, die den Der-Fresser besuchten. Heute sind es bis zu 450 Besucher jeden Tag.

Der Blog ist seit Kurzem komplett überarbeitet. Was wurde geändert oder verbessert?

Kulinarische Gewohnheiten ändern sich, so war die Nouvelle Cuisine in den 90er die angesagte Küchenrichtung, die molekulare Küche in Mitte 2000 mit den ganzen Niedriggarmethoden, wie Sous Vide. Heute ist es die eher regionalorientierte Küche, vergleichbar mit dem Begriff autochthon im Weinbau. Es ändern sich auch Seh- und Kommunikationsgewohnheiten. Und wenn ein Design 7 Jahre alt ist, dann ist es notwendig mal an einen Relaunch, ja an eine komplette Überarbeitung, zu denken. Dazu kommen soziale Medien, wie Facebook, Google+, Pinterest und Twitter. Auch habe ich festgestellt, dass Restaurantberichte der Sternegastronomie am liebsten gelesen werden, gespickt mit kleinen privaten Kochausflügen.
Und was mich besonders freut und das ist ganz Neu: Ich habe einen neuen Mitschreiber, Alex, auch so ein Essverrückter, der mit seinen 20 Jahren wahrscheinlich die gleiche kulinarische Karriere einschlagen wird wie ich. Er ist kulinarisch neugierig, weiß schon so viel, von gutem Essen und Trinken – fast besessen. Er weiß wie ich:
Beim Kochen und Essen gibt’s so viel zu erleben, zu erzählen, zu entdecken, zu genießen und auszuprobieren. Ist es nicht eines der schönsten Dinge im Leben? Das möchten ich mit anderen teilen und das auf eine schöne Art, einem anspruchsvollen Designs, sowohl mobil und auch am Rechner. Viele schöne Fotos und hoffentlich weiterhin interessanten Berichten. Und gibt es da was: Ja. Geplant ist auch ein monatliches Secret Dining, 10 Personen, untereinander nicht bekannt, treffen sich zum Essen beim Der-Fresser. Ein Traum von mir, der hoffentlich bald Wirklichkeit wird.

Der Name „Der Fresser“ ist für jemanden aus Hannover, um bei dem Vorurteil des perfekten Hochdeutsch zu bleiben, vielleicht etwas schräg. Woher stammt der Spitzname?

Ich wusste, dass ich bei diesem Namen Der-Fresser in ein wildes Wort-Wespennest stoßen werde. Aber in der Kommunikation habe ich gelernt , dass geschmeidige Namen einfach nicht die Aufmerksamkeit einbringen wie einer, der im ersten Moment Verwirrung, ein kleines Stutzen, ja vielleicht sogar Entsetzen hervorruft. 
Soweit die theoretische Erklärung, aber da gibt es noch eine andere. Wollen Sie diese hören? Hier muss ich meine Frau zitieren, auch wenn sie das nicht so gerne hört. Wenn ich in einem Restaurant wieder mal ein Gang mehr als notwendig bestellt habe, weil es mich einfach interessierte kam häufig die Aussage: „Du bist doch ein alter Fresser!“. Voilà. Und schon ist ein Name geboren. Und bitte: Wählen Sie, welcher Grund für diesen Namen Ihnen am besten gefällt.

Von jemandem, der so viele gute Küchen durchprobiert hat, hätten wir natürlich gerne noch ein paar Tipps…

Was ist das perfekte Restaurant für den besonderen Moment?

Hier steckt schon viel Antwort in Ihrer Frage drin. Das Thema mit dem richtigen Moment. Nicht jeder Tag ist gleich, nicht jedes Date kann erfolgreich sein, selbst Champagner schmeckt nicht  immer. Da kann eine Currywurst bei Konopke in Berlin, ein Stück selbstgebackener Apfelkuchen auf einem Familienfest genauso gut sein wie ein ausgefeiltes und perfekt abgestimmtes Menü in einem 3-Sterne-Restaurant. Wichtig für mich ist, dass meine Erwartungen nie allzu zu hoch sind, gerne lasse ich mich überraschen und gehe auch mal Risiken ein. Culinary Open Mind ist mein Stichwort.

Wo muss man in seinem Leben unbedingt mal gegessen haben?

Viele der Der-Fresser-Leser wissen das. Da gehe ich mal forsch voran und weiß, dass ich mir wieder ein paar Ohrfeigen einfange. Juan Amador im Amador spaltet gerne die Gemüter. Für mich einer der besten Köche überhaupt. Seine Gabe: Produkte zu inszenieren, den Geschmack so gut hervorzubringen, auch mal kontrovers auf dem Teller zu diskutieren. Seine Art, freundlich und  bestimmend. Hier sage ich Applaus Juan.
Und wer schon mal Brick-in-the-Wall probiert hat, der bestschmeckenste Legostein, den ich je probieren durfte. Bestehend aus einer Gewürzmilch, ummantelt mit einem weißen Schokokasten, besprüht mit roter Bete, sowie das Eis von roter Bete und den bekannten knackigen Rote-Bete-Zipfelmützen. Die Milchcrème würzig und süß. Die rote Bete kräftig und erdig. Beides zusammen – himmlisch und zum Dahinschmelzen! Ein wunderbares, ja sensationelles Dessert.

 

Amador – Ein sensationelles Dessert

Ihr ultimativer Küchentipp für das Kochen zu Hause?

Die letzte Frage ist so einfach zu beantworten. Da gibt es nur zwei Dinge für mich.

1: Ein gut gewürzter und aromatischer Schweinebraten mit Brezelknödeln und einem Kümmelkrautsalat in einer gut reduzierten Soße, ganz leicht mit Butter aufmontiert. Ich sehe da immer die leuchtenden Augen meiner Freunde, wenn das auf den Tisch kommt. Bei so einem Essen wird viel geredet, gelacht und sich ordentlich den Bauch vollgeschlagen.

Und 2: Wenn mal ganz besonderes auf den Tisch kommen soll – es gibt ja solche Anlässe, so könnte ein Menü aussehen, das die Gäste begeistern wird.
Kartoffeln & Trüffel // Geraspelte Gänseleber & saure Kirschen // Lachs & Ingwer & Avokado // gegrilltes Flank & Sellerie // Käse & Trüffel // Erdbeeren & Keks.

Appetit bekommen? Dann besuchen Sie einfach www.der-fresser.de

Informationen zu diesem Besuch

Restaurant:
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Anmerkung:

Legende - Wie war's?

so lala

okay

gut

Exzellent

Unbeschreiblich

Für Service und Ambiente

  1. Hallo Harald
    Schönes Interview und noch schöneres Bild von Dir – es trifft Dich sehr gut.
    cu
    Dieter

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